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Informations- & Entscheidungsfindungssysteme

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Zunehmend stellt sich auch die Wissenschaft der Herausforderung, die in Forschungsprojekten erzielten Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse möglichst schnell und direkt in die Praxis zu überführen. Dies bedeutet, dass diese in einer konsistenten und praxisrelevanten Form verfügbar gemacht werden müssen. Sinnvoll sind hier Werkzeug, die ein großes “Publikum” erreichen und auf einer weit verbreiteten Technologie basieren.

Entscheidungsfindungssysteme


Die Suche nach Kompromissen und das Treffen von Entscheidungen gehört zu den wesentlichen umweltrelevanten Konzepten. Aufgrund der Komplexität der zur Auswahl stehenden Lösungsvarianten ist es Entscheidungsträgern aber oft nicht möglich, objektiv zwischen einzelnen Vorschlägen abzuwägen, da Zielvorgaben über ganz unterschiedliche Wege realisiert werden können.

Um unter diesen Bedingungen Möglichkeiten zur Problemlösung zu erkennen, werden Werkzeuge benötigt, mit deren Hilfe sich Maßnahmen darstellen, ihre Ergebnisse analysieren und die oft widersprüchlichen Ziele von Betroffenen und Entscheidungsträgern wissenschaftlich unterlegt zu einem für alle akzeptablen Konsens zusammenführen lassen. Entscheidungsunterstützungssysteme (Decision Support Systems - DSS) können dazu beitragen, Ziele und Maßnahmen zu dokumentieren und Wege zu ihrer Umsetzung aufzuzeigen.

Der Autor hat in den letzten Jahren zwei solcher Werkzeuge erstellt:

DSS-Havel

Die auf ganze Flusseinzugsgebiete ausgerichtete Bewirtschaftung von Wasserressourcen stellt ein gutes Beispiel für den sinnvollen Einsatz eines Entscheidungsunterstützungssystems (Decision Support System - DSS) dar, mit dessen Hilfe sich Maßnahmen darstellen, ihre Ergebnisse analysieren und die oft widersprüchlichen Ziele von Nutzern und Entscheidungsträgern zu einem Kompromiss zusammenführen lassen.

Ziel der Entwicklung des DSS-Havel war es, Betroffenen und Entscheidungsträgern ein kostengünstiges und einfach zu bedienendes Werkzeug an die Hand zu geben, dessen Möglichkeiten weit über die eines traditionellen Endberichtes hinausgehen. So erlaubt die Integration „echter“ Daten eigene Auswertungen, Analysen und Modellierungen. Die Integration eines Systems zur Multikriteriellen Analyse ermöglicht geänderte Schwerpunktsetzungen und Sensitivitätsstudien bei der Entscheidungsfindung. Damit trägt das DSS-Havel dem zunehmenden Informationsbedarf von Planern und Betroffenen sowie dem Wunsch nach mehr Entscheidungs– und Planungstransparenz Rechnung.

Literatur

Lahmer, W. (2003). Konzeption eines DSS zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. KA – Abwasser, Abfall 2003 (50) Nr. 2. Beitrag zum Schwerpunktheft „Decision Support Systems“, Februar 2003, S. 179-188.
Lahmer, W. (2005). GIS-basiertes Szenarienanalyse- und Bewertungstool zur Darstellung von Wassermenge und Wasserqualität im Gewässersystem. Endbericht des Teilprojektes 8 des BMBF-Verbundvorhabens „Bewirtschaftungsmöglichkeiten im Einzugsgebiet der Havel“, BMBF-Förderkennzeichen 0330227, April 2005 (integriert in das PC-gestützte  Informations- und Entscheidungsfindungssystem „DSS-Havel“)

Havelprojekt

Informationssystem KLARA

Die im Verbundprojekt KLARA im Jahr 2004 erarbeiteten Ergebnisse zu KLimawandel, Auswirkungen, Risiken und Anpassung in Baden-Württemberg waren trotz der kurzen Projektlaufzeit von 15 Monaten über Erwarten reichhaltig und verdienten deshalb die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums. Eine Darstellung der Ergebnisse in Form eines wissenschaftlichen Abschlussberichts findet erfahrungsgemäß nicht die angestrebte allgemeine Aufmerksamkeit außerhalb der Fachwelt.

Die mit der Erstellung des "Informationssystems KLARA" durchgeführten Arbeiten sollen daher das Interesse der Öffentlichkeit an den Ergebnissen des Projekts steigern und die Inhalte der Forschungsarbeiten einer interessierten Öffentlichkeit sowie Institutionen nahe bringen und darüber hinaus auch den speziellen Informationsbedürfnissen potentiell Betroffener gerecht werden.

Die wesentlichen Ziele des Informationssystems bestehen darin,

  • den zur Beantwortung klimabezogener Fragen vorhandenen Ist-Zustand des Untersuchungsobjektes "Baden-Württemberg" als Basis für den "Blick in die Zukunft" abzubilden,

  • die möglichen Auswirkungen von Klimaänderungen deutlich zu machen,

  • die verwendeten Methoden zur Beschreibung klimarelevanter Tatbestände zu erläutern,

  • Wege aufzuzeigen, wie klimabedingte Auswirkungen zumindest abgemindert werden können,

  • konkrete Anpassungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der Belange von Betroffenen anzubieten,

  • Grundlageninformationen für die vollziehende Praxis und politische Entscheidungsfindung bereitzustellen.


Literatur

Lahmer, W. (2005). „Erstellung eines CD-ROM Informationssystems zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung der Ergebnisse im Verbundprojekt KLARA mit ergänzenden Informationen und Hilfestellungen für die Nutzer“. Im Auftrag des Umweltministeriums und der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg im Rahmen des Verbundvorhabens „Klimawandel - Auswirkungen, Risiken, Anpassung“ (KLARA) - Analyse spezifischer Verwundbarkeiten und Handlungsoptionen“ erstellte CD-ROM, Juli 2005.

 
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